19. Mai 2014

Wohnungssuche eingeleitet

Die heisse Phase der Wohnungssuche ist angestossen. Aus den rund 50 Angeboten von Wohnungen in einem bestimmten Bereich und mit vertretbaren Mieten (lokal vertretbar! Lokal!) wurden mit komplizierten Algorithmen und Bauchgefühl dann 14 Apartments herausgefiltert, die jetzt zur Besichtigung angemeldet wurden. Auf der Karte seht ihr die drei Agenturen farbkodiert: Grün = Foursquares, Blau = IntermarkSavills, und Rot = Evans. Die gelben Tupfer (von Ost nach West) sind mein jetziges Apartment, Ulrikes und Renjas Hotel, und die Kanzlei des Rechtsanwalts. Der kleine blaue Kringel in der Moskva ist das Denkmal von Peter dem Grossen - 2011 zu einem der 10 hässlichsten Denkmäler der Welt gewählt. Seitdem (und seitdem der auswählende Bürgermeister Luzhkov nicht mehr im Amt ist) möchte die Stadt Moskau das mit 96 Metern achtgrösste Denkmal der Welt gerne verschenken. Ausser einem Provinznest will es aber niemand haben. Hier jemand Interesse, vielleicht?


16. Mai 2014

BRU, Gate 34

Ist das wirklich die "Hauptstadt" Europas? Beim Abflug sieht es gar nicht so aus!

Wir hatten ein so schönes Wochenende hier in Brüssel, und die vier Tage Training zu "Certified Compliance Officer - International" vergingen auch schnell. Tagsüber im fensterlosen Saal des Hotel Amigo, abends im Delirium Cafe. Oder Lernen. Denn heute war Abschlusstest: 115 Multiple Choice Fragen. Wir hatten 2,5 Stunden Zeit, ich habe aber vorzeitig abgegeben. Seitdem gammele ich auf dem Flughafen mit dem grössten Entwicklungsbedarf Europas herum! Jetzt steige ich aber gleich ein (ist ein EasyJet-Flug nach Basel - da läuft man noch über's Rollfeld zum Flieger!). 


12. Mai 2014

Bruxelles!

Der Ausblick aus Rhea Bude in Ixelles zeigt die Hinterhöfe des Universitätsviertels. Bitte unbedingt die Taube auf dem Kamin entdecken!


Abends ging's dann auf die Gass. Rhea führte uns ins Delirium Cafe. Rammelvoll war es dort, es gab angeblich über 2000 Biersorten, aber schon die 30 Zapfhähne waren eine Herausforderung. So wie die Wiedergabe der acht getrunkenen Bier ( von 4 Personen):

- Delirium Red

- XXX Bitter

- Lupulus Fructus

- ... Mangue

- ... Pomme

- Barbar Blonde

- Deliria, und

- Trappe Jubilaris. 

Das Photo machte ein Inder. 


Im Margritte-Museum waren wir heute morgen/mittag. Eine gute Werkschau, aber er war ja so fleissig, dass nicht alles  gezeigt werden kann. 

Wer entdeckt auf dem Photo das Atomium?


Nach dem Museum waren Ulrike und ich erst mal müde. Als Ulrike und Renja schon wieder auf Piste waren, schlief ich erst mal om Hotel eine Runde, druckte/ unterschrieb/ verschickte die neuen Statuten der polnischen Firma, und wartete auf Rhea. Wir schlenderten noch durch's Viertel und den Königsgarten, bekamen Hunger und suchten ein Zelt des Stadt-Festvals mit Essen. Gab abba nix! Also gingen wir in's Arcadi, assen beide Wähen und teilten uns einen Birnen/ Marzipan-Kuchen. 

Und danach (es war ja "schon" 20:45) ging's zum Konzert von Salvatore Adamo. Der Gute ist über 70 Jahre, ist seit 54 Jahren im Business, und machte heute eine lange und gute Show vor recht wenig Freiluft-Zuschauern! Rhea ind ich sangen mit, johlten und schunkelten wie alle anderen auch. Die Musik ist klassischer französischer Schlager, war in den 80-ern völlig aus der Mode, und kam danach wieder. Die meisten Zuhörer heute waren aus der zweiten Welle, und kannten die Chansons. 


9. Mai 2014

9. Mai, Moskau: Parade zur Kapitulation Nazideutschlands

Zu der Parade gäbe es viel zu sagen, eine Menge Eindrücke habe ich gewonnen. Zunächst einmal habe ich am Strassenrand nicht gesprochen. Deutsch passte einfach nicht, fand ich, nicht jetzt und dort. Es wäre mir vorgekommen, als spräche jemand auf der Düsseldorfer Fasnacht Kölsch. Es war alles ganz friedlich heute, Volksfeststimmung mit roten Fähnchen und St.-Martins-Bändern; ich habe mich keinen Augenblick irgendwie bedroht gefühlt, überhaupt nicht. Es war ja auch nicht notwendig/möglich Deutsch zu sprechen, denn der gute Kollege Joachim und seine Familie standen entgegen der Abmachung auf der anderen Strassenseite. Und es war ganz ausgeschlossen, sich ab 09:30 Uhr zu bewegen! Ich war 1 Meter hinter dem Absperrgitter eingekeilt. Ich glaube, ich hätte beide Füsse von Grund anheben können und wäre nicht umgefallen.

Es gab drei Sicherheitskräfte, die durch Uniform als solche ausgewiesen waren und in ausreichender Häufigkeit auftraten: Soldaten (klein, dünn, blass, zu grosse Mützen, Haarlänge kürzer 3 Millimeter), Polizei (gut genährt, schmuck, blass, riesige Mützen, Haarlänge bis 9 mm), und die Bereitschaftspolizei OMON (die "für's Grobe", Figur wie jeder Stammtischbruder, bomberjackenbetonte Bäuche mit dünnen Beinen, hängende Gürtel, schwarzes Beret, Haarlänge 5 mm). Die Haarlänge war eindeutig feststellbar, denn alle waren gestern beim ihrem Kompanie-Friseur gewesen. Auf dem Bild sind alle drei Gruppen zu sehen.


Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm: entlang der Strasse standen alle 5 Meter ein Polizist, alle 100 Meter eine Gruppe OMON mit Hund, pausenlos gingen Patrouillen auf BMW-Motorrädern, in Autos und zu Fuss vorbei. Vorbildlich wurden die Ausgänge der Metro (bzw Strassentunnel) freigehalten. 10 Polizisten mit Megaphon hatten alle Hände voll zu tun Schaulustige weiterzutreiben. Als das nicht gelang und - auf der anderen Strassenseite - sich ein ernster Rückstau bildete, weil Schaulustige ihre guten Plätze am Ausgang der Metro nicht räumen wollten, stellte die OMON einfach ihren Laster so hin, dass die Leute dort nichts mehr von der Parade sehen konnten! Der Stau war ruckzuck aufgelöst!

Mein Platz war oben am Puschkin-Platz (Ulrike und Renja kennen ihn, dort sind wir zum Hummer-Essen ausgestiegen), direkt anschliessend an das Tverskaya-Gebiet. Genauer gesagt, die Strasse, die ihr auf den Bildern seht, ist die Tverskaya. Mein Platz also war bei den Haubitzen. Lange stand ich da und schaute mir Haubitzen an (bzw lange standen die Haubitzen da). 150 mm Kaliber, schätze ich.
Es dauerte bis 10:18 Uhr, bis endlich ein Signal aus Lautsprechern kam, die Haubitzen ihre Rohöl-Motoren anliessen und Abgase ausstiessen, die Zuschauer das Husten eingestellt hatten, und alles losging.
An unserem Platz gab es nur schweres Gefährt und die Flugzeuge, keine marschiernden Truppen oder Kapellen.

Eine Luftbetankung im Tiefflug über Moskau:

Der Jubel war gross, als die Akrobatikgruppe überflog:

Gepanzerter Truppentranporter (Neuentwicklung, erstmals gezeigt)

Es war viel los mit den Zuschauern und die Stimmung war super und patriotisch, aber am Puschkin-Platz war alles schon nach einer Stunde wieder vorbei und daher etwas enttäuschend. Die Tverskaya weiter unten, zum Kreml zu, wäre vielleicht besser gewesen, aber da war alles mit Metalldetektoren gesperrt und kein Durchkommen ausser für Gäste und Anwohner (!).

Feiertagsstimmung am 9. Mai, frühmorgens

Schon um Sechs Uhr morgens Lokalzeit (für euch also Vier Uhr) schoss ich das erste Photo aus dem Küchenfenster. Die Morgensonne strahlte auf die gegenüberliegenden Hochhäuser, hinter den Bäumen. Dann legte ich mich noch etwas hin, hatte ja Feiertag.


Kein Problem, morgens um Acht auf der Dubininskaya stehenzubleiben und ein Bild zu nehmen.


Erst ein einziger der kleinen Läden in der Passage unter dem Paveletskaya-Platz war geöffnet. Es ist erstaunlich: vor diesen Läden drängeln sich die Leute, es wird viel gekauft dort.

die Rolltreppe runter zur Metro, fast menschenleer.

Die Paveletskaya-Station:

Fussgängerzone im Tverskaya-Bezirk, neben dem Kreml. Dort schneiden sich die rote und die grüne Metrolinie, und es ist unser bevorzugter Wohnbezirk: schöne alte Häuser, sauber, zentral und sicher.
Das ist eine knappe Hälfte der Theke in dem Pastetenladen.
Ich habe mir heute nämlich dort eine gekauft, mit Hack und Reis gefüllt.
Leider etwas viel Teig!

8. Mai 2014

Durscht auf'ne Weisse?

Seit langem einmal habe ich ein Bier gekauft. Es gab ja auch welche (lokale) in ökologischen Glasflaschen, aber die Vorfreude auf das Wochenende verleitete mich zum Kauf der belgischen Weissbierdose. Man gönnt sich ja sonst nichts! Und es hat geschmeckt!
Mehr dazu am Samstag, nach der Facebook-Bierverkostung in Brüssel, mit DJ!

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...