13. August 2011

Stary Bažant

Als ich mir nach der langen Fahrt, einem Stadtspaziergang durch Poprad (zweimal die menschenleere Fussgängerzone hoch unt runter, davon einmal mit einem Glace), und ebendiesem Glace endlich ein Bier wünschen konnte, wurde ich zuerst gefragt: "Ein Zlaty Bažant?" Der Name klingt lecker, also "JA!" Darauf kam die Zusatzfrage: "Zehn oder Zwölf?", und ich "Eine!". Es dauerte etwas, bis ich begriff, dass sie nicht wissen wollte wieviel Bierflaschen ich haben wollte, sondern dass es um die Wahl des Alkoholgehalts der zwei Sorten Zlaty Bažant ging!

Wer weiss, was ein "Bažant" ist? Renja hat schon einen gegessen, und wer sich nicht erinnern kann, soll das Wort einfach ein wenig linguistisch umformen.

Morgen steigen wir auf den 2435 m hohen Slavkovsky. Der Auf- und Abstieg wird durch etwas Bahnfahren erleichtert, so dass nur noch etwa 1000 Höhenmeter zu überwinden sind. Wir rechnen mit vier Stunden Aufstieg, die Karte rechnet mit drei.

Ich freue mich auf die Berge, endlich mal wieder Fels berühren! Und die Hohe Tatra ist noch wild und leer (das sehen wir ja morgen!), und ein alter Traum von mir.

10. August 2011

Wechselhaft

Das Wochenende soll schlechtes Wetter im Süden des Landes bringen. Mal sehen, ob es etwas wird mit dem Ausflug in die Beskiden, der Heimat von Sigmund Freud und Gregor Mendel! Wir entscheiden das morgen.

Heute erfuhr ich am Vormittag, dass um 13:00 Uhr die Beisetzung der Mutter einer Kollegin sei, und dass eine Delegation der Firma daran teilnehmen werde. Weil ich die Kollegin gut mag, entschloss ich mich mitzugehen. Es war meine erste Beerdigung nach polnischem/katholischem Ritus, und es war etwas merkwürdig als Einziger stehen zu bleiben wenn alle um einen herum auf die Knie fallen. Es macht mir nichts aus zu meiner Überzeugung zu stehen, aber ich demonstriere sie nicht gerne.

Wir kamen auf dem Weg zum Friedhof an einer Kryosauna vorbei. Der Fahrer hatte es schon ein paar Mal gemacht und war ganz begeistert. Kryosauna fängt - zum Angewöhnen - mit einer kalten Temperatur von minus 50 Grad für 30 Sekunden an (Kohlendioxid?), und steigert sich dann auf drei Minuten bei minus 196 Grad (Stickstoff). Nach der Kälteexposition muss man sich dann jeweils 30 Minuten sportlich bewegen, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt das Richtige für mich wäre …

8. August 2011

Tesseract

Nach der wie immer vergnüglichen Lektuere des "Journal of Irreproducible Results" bin ich heute schlussendlich auf den "Tesseract" gestossen. Er wird beschrieben als die vierte geometrische Dimension und verhält sich geometrisch zum Würfel wie der Würfel zum Quadrat. Wusste ich nicht, dass es das gibt. Aber mathematisch sinnvoll und lustig anzusehen:


7. August 2011

Fahrtroute Polenurlaub 2011


Google Maps

Letzter Urlaubstag

Heute waren wir alle etwas stiller als die Tage zuvor, denn der schöne gemeinsame Urlaub ging zu Ende.

Unser Hotel "Gdansk" war eine gute Wahl gewesen, wir hatten ein gutes und grosses Zimmer, Renja schlief auf dem extrabreiten Schlafsofa. Nach dem Frühstück gingen wir wie gestern schon in die Altstadt bummeln. Wieder fiel uns die Unmenge Bernstein an, die an allen möglichen Ständen in gleicher Machart angeboten wurde. So viel kann die Ostsee nicht hergeben, schon gar nicht so gleichmässig gefärbt und geformt! Wir waren überzeugt, dass da viel Plastik oder Imitate auf Harzbasis verkauft wurden. Lediglich bei einigen Künstlerständen und in einer Manufaktur sahen wir auffallende Teile, die uns auch gleich sehr viel besser gefielen.
Wir machten Pause in der Cukiernia Sowa, und Renja bekam mit Henna ein Tattoo ("∞") auf ihr linkes Handgelenk gemalt.

Durch einen wegen der knappen Zeit extra quälend langen Stau an der Baustelle der S6 arbeiteten wir uns dann um circa zwei Uhr zum Flughafen vor. Die Anspannung wuchs, als ich die wegen der Baustelle komisch angezeigte Autobahnausfahrt zum Flughafen verpasste und weiterbrausen musste bis zur nächsten Ausfahrt, zum Wenden. Renja meinte trocken von der Rückbank, ich könne doch Geisterfahrer spielen … Wir waren aber anscheinend noch rechtzeitig da, denn Ulrike und Renja sind heil zuhause angekommen. Aber das Abschied nehmen war eben doch recht kurz dort auf der Strasse vor dem Terminal!

Von 14:30 Uhr bis 21:00 Uhr bin ich dann in einem Rutsch nach Lodz gefahren. Es gab mehrere Staus, nur von einem wurde mir der Grund klar: ein teilweise brennender umgekippter LKW im Graben. Und eine andere kurze Pause hatte auch einen Grund: Ein Polizei-Pärchen hielt mich wegen überhöhter Geschwindigkeit an. Wir verständigten uns radebrechend in einer Mischung aus Polnisch und Deutsch. Die Polizistin hielt mir eine Radar-Pistole vor's Gesicht, auf der wild Zahlen blinkten; sie meinte dann, die "96" wäre meine Zahl. Also 96 km/h statt der erlaubten 50 km/h in der Stadt. Das war gut möglich, denn es war direkt hinter einem Autobahnende und auf gut ausgebauter Strasse am Ortseingang. Die Strafe war Minimum 200 Zlotych, die ich aber nicht mehr in bar dabei hatte. Also fragte mich die Polizistin, ob ich eine Quittung wolle (sic!), was ich mit einem "Ja, bitte" beantwortete. Dann nahm mir der Polizist, der meinen Fall eigentlich bearbeitete, eben nur 100 Zloty ab, soviel hatte ich noch dabei, und ich bekam meine Quittung. Er schrieb brav alle Daten in eine Kladde auf, das kannte ich schon von der russischen Grenze. Als er dann "Do Widzenia" sagte, antwortete ich mit einem " Oh, bitte kein Wiedersehen!" und er mit "Doch vielleicht, aber dann auf ein Bier!".

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...