10. November 2010

andel in Lodz

Das ist der Gang vor meinem Zimmer 164 im Hotel "andel" in Lodz. Es ist eine alte Textilfabrik, und wird geführt als brandneues Designerhotel. Spitze!

9. November 2010

Senator

Du meine Güte, ist die Lounge voll! Alles Senatoren, die hier in der Lounge in Frankfurt rumwuseln wie die Tanzmäuse! Die meisten telephonieren, essen und trinken dabei (ist ja "gratis") und sind guter Dinge, auch wenn sie in der überlaufenen Lounge keinen Platz mehr fanden zum Sitzen! Sie haben doch den Status! Wahrscheinlich ist nebenan in der einfachen Business Lounge alles leer.

Ich bin da natürlich ganz anders, individuell. Auch ich esse (Lakritz) und trinke (Tonic) zwar, und bin guter Dinge - aber ich telephoniere doch nicht sondern blogge! Da sind Welten zwischen!

6. November 2010

Logan: in der Lounge

Menschenleer noch ist die Lounge. Ich bin ja auch viel zu früh hier, fliege erst in über 2 Stunden ab!

Wir hatten eine wichtige Besprechung heute im Werk Holden. Es kamen viele Themen zur Sprache, die den Service mit unseren Farben in Zukunft beeinflussen werden, zumindest in Nordamerika.

Zum Mittag gingen wir in eine nahe Sandwicheria und ich nahm auf Empfehlung das "Special" - das sich dann als etwas Döner-ähnliches herausstellte, mit viel Zwiebeln und Tzatziki. Genau das richtige vor einem Flug (aber zum Glück muss ich ja nicht neben mir sitzen!).

Die Fahrt zurück von Holden war heute ein Pappenstiel, die Sonne schien und der Verkehr war flüssig. Gestern geriet ich in den Feierabendverkehr und es regnete in Strömen, unangenehm zu fahren, selbst im Stop-and-Go. Ich machte noch (gestern wie heute) ein paar kurze Stops zum Shoppen, aber meist ohne Erfolg, denn eigentlich stellte ich dann kurz vor dem Kauf jeweils fest, dass ich das Zeug nicht wirklich brauche. Also wieder alles zurücklegen und raus aus Macy*s und Best Buy!
In einem Laden aber (dort kaufte ich einen "Knobs"-Whiskey) stand ich vor dem Regal, als mich eine freundliche ältere Damen bat ihr ein Preisschildchen in einem oberen Regalfach vorzulesen; sie erklärte mir dann lachend, ihr Mann nenne sie "vertically challenged" (sooo klein war sie aber auch wieder nicht!). Sie fand meinen Akzent "nice" und so kamen wir in's Gespräch. Ihre Vorfahren kommen aus Südschweden, aber sie traut sich trotz Einladung nicht ihre Verwandten dort zu besuchen. Das wäre ihr zu gefährlich, und in Europa hätten wir ja auch anderes Geld! Sie wäre eben noch nie ausserhalb der USA gewesen ... Ich versuchte ihr Mut zu machen für Europa, und wir verabschiedeten uns mit Handschlag. Nette Dame, trotz ihrer roten, asymmetrischen Frisur.

4. November 2010

Unglaublich!

Ich muss zugeben, dass sich mein Wissen über Canada weitgehend auf die Analysen der Serie "South Park" gründet. Das ist nicht umfassend, aber ich kann nun bestätigen, dass die Aussagen stimmen! Sowas wie diese AUSreise habe ich noch nicht erlebt!

Es dauerte volle 70 Minuten, nachdem ich mich selbst am Automaten eingecheckt hatte, bis zum Gate.

Es begann mit einem Automaten, der sehr wählerisch war in der Akzeptanz von Dokumenten. Dann eine lange Schlange (100 m) vor dem "Baggage Drop Off", wo mein Koffer eine Banderole bekam, ich ihn aber weiter mitnehmen musste. Dann um eine Ecke und 100 Meter Laufen, durch eine Tür mit Passkontrolle - hinein in eine noch längere Schlange vor dem amerikanischen Zoll. In dieser Schlange darf man nicht telephonieren, mir wurde mein Blackberry von einer Furie von Officer fast abgenommen! Danach gab es Geschrei (wirklich! quer durch den Saal! "Do you think we don't see you? We watch you, we have cameras everywhere!"), als sich eine verzweifelte Frau in Absprache mit anderen Passagieren vordrängelte - sie verpasste ihren Flug! Nach dem Zoll ging es wieder durch eine Tür, da konnte ich dann endlich den Koffer loswerden, d.h. selber auf ein Band legen. Dann wieder eine Schlange (diesmal kurz, höchstens 20 m) vor der normalen Sicherheitskontrolle. Das beste dort war das grosse Plakat über allen Köpfen: "Wenn Sie nicht wegen Sicherheits- oder anderer Vergehen hier verhaftet werden, können Sie nach der Kontrolle zu Ihrem Abflug-Gate gehen".

Der ganze Prozess war unglaublich detailliert und langwierig. Als das eigentlich Schlimme aber empfand ich das erniedrigende Gefühl, dass ich unsicher wurde ob ich auch alles richtig mache. Ist *das* das Gefühl in Diktaturen?

Toronto

Wie üblich war die erste Nacht in Nordamerika (ist ja Kanada hier, nicht USA!) unruhig und kurz. Obwohl (oder gerade weil) ich recht früh in's Bett ging und auch gut einschlief, wachte ich ab Drei ständig auf und ab Fünf war an Schlaf nicht mehr zu denken. Da war ich fast froh, dass das Mobil Laut gab und mein Chef eine wichtige Frage hatte. Er bemerkte seinen Irrtum erst, als ich ihn forsch mit "Guten Morgen, Hans" begrüsste ... Um 06:45 Uhr hatte ich gefrühstückt und wurde von Luke, dem lokalen Werkleiter, abgeholt. Ab Sieben hatte ich eine Telephonkonferenz mit Polen, ab Acht dann das Hauptmeeting hier im Werk Toronto, das den ganzen Tag dauerte. Und jetzt eben kam ich zurück zum Hotel (es ist ungefähr 21:00 Uhr), nach einem guten Steak (14 oz New York Strip mit Sweet Potato Fries) im "The Keg". Morgen früh darf ich nicht vergessen wieder auszuchecken, am Abend geht es nach Boston weiter.

3. November 2010

Flug nach Toronto

Noch 3:52 Stunden Flugzeit bis Toronto. Wir sind über der Südspitze Grönlands.

Es ist alles gemacht, gegessen und getrunken, und das Einreiseformular ist auch schon ausgefüllt. Komisch, die wollen die Passnummer nicht auf dem Zettel, wohl aber die Postleitzahl von Eppstein - habe ich das dann auch richtig verstanden?

Habe mir bisher "Salt" und "The Last Airbender = Die Legende von Aang" angesehen. Irgendwie ist es inzwischen langweilig, dass Agenten, Helden und Bösewichter diese ungeheuren (Sprung-, Lenkungs-, oder Kraft-)fähigkeiten aus den Pixar-Studios haben, die weit über Stunts hinausgehen. Der dritte vierfache Salto mit Treten in der Luft und Fausthieben nach hinten ist dann einfach nur noch unrealistisch und öde. Da lob' ich mir James Dean! Von mir aus auch Heinz Drache und Clemens Willmenroth. Das waren Handwerker, da diente die Kamera noch zur Dokumentation eigener Fähigkeiten, nicht als Lieferant von EDV-Rohdaten.

Westend

Nach langer Zeit habe ich gestern abend Peter wieder getroffen. Es war sehr anregend und wir haben uns gut unterhalten. Leider war ich sehr unhöflich, kam eine halbe Stunde zu spät: der Verkehr in Frankfurt war kurz vor dem Kollaps, ich brauchte 75 Minuten für die Strecke, die ich zurück in 30 min schaffte. Der Vorteil war, dass ich auf Anhieb im Westend einen Parkplatz fand - die Autos waren ja alle auf der Strasse! Später liess ich Peter noch mit seinem Salat sitzen, um Ulrikes Buch vor Acht noch in der Unibibliothek abzugeben; das lag zwar um die Ecke und ging rasch, aber trotzdem...

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...