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11. Mai 2017

741. V&A

 

Das Victoria and Albert Museum liegt gleich gegenüber des Natural History Museum (ja, das mit dem ganzen Blauwalskelett!) in der Cromwell Road, es nennt sich selbst am liebsten V&A. Das Museum bietet freien Eintritt und scheint sich in grossen Teilen einem Lehrauftrag zu widmen (Computer-Workstations, Exponat-Suchfunktionen, Visiting Artists, etc). Für uns Neulinge war nicht sofort erkennbar, so dass uns die Exponate wild durcheinander gewürfelt erscheinen (ist ja auch komisch, wenn in einem Museum die Keramiken wie im Küchenschrank übereinander gestapelt in Vitrinen stehen ...). Das ist aber gar keine Willkür sondern die Präsentation des gesamten Fundus: die Schaukästen fassen Gemeinsamkeiten in Material, Künstler, Verarbeitung oder Nutzung zusammen, und stellen Fachleuten zur Verfügung. Da muss man dann mitdenken, holla die Waldfee!

Hier die Möbelabteilung. Da steht dann schon mal ein Intarsiensekretär neben einem orangenen Panton-Stuhl!


Ganz cool war die Suchmaschine für Werkstoffe. Neben einem Hallenplan standen Blöcke verschiedener Hölzer, Metalle und Kunststoffe mit Sensoren, und wenn man den Finger auf den Sensor im Birkenholz legte, wurden auf dem Hallenplan die Lage der Birkenholz enthaltenden Exponate angezeigt. 

 

Es gab Stuhlmodelle zum Probesitzen (Thonet fiel durch!):

 

Die Etagen waren auch schon mal optisch getrennt durch gequetschte Musik:

 

Unsere gewählten Ziele waren die Abteilungen für Keramik und Glas, die natürlich oben im 6. Stock lagen. Treppenhäuser und Lifte sind rar und verwirrend (z.B. gibt es keinen zugänglichen 5. Stock). Aber wir arbeiteten uns vor bis Wedgwood und Konsorten. Allerdings war die moderne Keramik beeindruckender. 

 

 

Die Glasabteilung zeigte Glaskunst über 3500 Jahre, auch hier wieder in überbordender Vielzahl. 

 

 

  

In der Asienabteilung auf dem Rückweg sahen wir zwei sehr ungewöhnliche "Zeitgenossen", einmal ein Gemälde aus Tibet von 2015, und einmal "live" vom Mai 2017. 

 

 

Das Victoria and Albert Museum ist heute fast auf den Tag genau 150 Jahre alt, das Schäufelchen der Grundsteinlegung zeigt das Datum vom 20. Mai 1867.

 

740. "All artifacts are designed by someone."

Der Titel des Posts wurde leicht abgewandelt vom Motto der Architekturabteilung des Victoria and Albert Museums, das im Post 741 beschrieben werden wird:

 

Das London Design Museum ist in einem nagelneuen Bau nahe dem Holland Park untergebracht. Fachleute (z.B. der befragte lokale Designstudent N.) halten den Bau und das neue Konzept für misslungen. Ich fand den Bau zwar architektonisch anspruchsvoll, aber sich in den Bordergrund stellend und  narzistisch, die Ausstellungen in Kammern im 4 . Stock oder Sousterrain verbannend und damit vernachlässigend. 
Das Kuppeldach vom Treppenhaus gesehen:

 

Wir besuchten die freie Ausstellung "Designer - Maker - User", deren exemplarische Marken Braun, Sony und Apple waren. Alle drei wegweisend im Industriedesign, allerdings nur im grossen Stil erfolgreich falls sie die Diversifizierung vom carrier design ins content management geschafft haben. 
Die Logos:

 

Die Geräte: 

 

Eine Kollektion im Eingangsbereich zeigt, dass Industriedesign überall eine Rolle spielt (siehe Titel!)

 

Und bewegte Bilder gibt es auch. 

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...