16. September 2011

Rhea ist da!

Die Arme kam nach stundenlanger Nachtfahrt heute mittag auf Steig 9 des Busbahnhofs Lodz-Fabryczna an. Sie musste sogar umsteigen, im Morgengrauen hinter der Grenze (klingt ein wenig nach Menschenschmuggel, nicht wahr?). Wir fuhren dann gleich einkaufen, damit wir morgen zum Frühstück Brötchen haben. Dabei assen wir noch beim Tesco etwas Warmes, aber wir sind uns unausgesprochen einig: da gehen wir nicht mehr essen.
Jetzt geht's gleich in die Manufaktura.

15. September 2011

Politik

Über Politik soll und will ich hier nicht schreiben, das polarisiert nur.

Zum Beispiel dieses verzweifelte Theater, das die FDP jetzt gerade abzieht, um sich zu profilieren und bei der Wahl in Berlin etwas besser abzuschneiden. Das wäre ja alles noch verständlich und in Ordnung, wenn sie nicht noch von allen Parteien Schützenhilfe bekäme - sei es durch scheinbare Zustimmung oder scheinbaren Widerspruch zu den scheinbar "radikalen" Äusserungen eines jungen, desperaten Partei-Vorsitzenden. Es ist peinlich zuzusehen, wie hier eine überlebte Partei gemeinsam gerettet werden soll. FDP ist ja immer noch besser als Links oder Rechts, sagen sich wohl die Parteien in der Mitte, und versuchen ihrem jahrzehntelangem Wunsch-Juniorpartner mit entsprechendem Pressegetöse über die 5%-Hürde zu helfen. Aber die haben doch schon fertig …

Als hätten wir keine grösseren Sorgen auf der Welt!

14. September 2011

Dienstleister aussuchen

Findet ihr es auch so schwierig mit Dienstleistern (Handwerkern z.B.) zufrieden zu sein? Das kommt vielleicht daher, dass man ihre Leistung eigentlich nicht bewerten kann, sondern nur das Ergebnis. Wenn man eine defekte Kaffeemaschine hat, dann gibt man sie in den Service und sie kommt (eventuell) repariert zurück. Das ist der einfache Fall, denn man sieht die Reparierer nicht reparieren. Wenn man eine Waschmaschine hat, die nicht mehr geht (auf russisch: "Maschinist kaputt"), dann kommt der Handwerker. Je nach Typ gibt es dann verschiedene Reaktionen:
  • der Sorgenvolle Schwerenöter, der die Stirn in Falten legt und gedämpft zu uns spricht: "Da weiss ich nicht ob ich noch etwas machen kann". Er ist auch - in der Regel - der teuerste der verschiedenen Typen.
  • der Optimist Ohne Perspektive, der sofort die Ärmel hochkrempelt und mit einem "Das haben wir gleich" planlos herumschraubt; und
  • der Schmarotzer, der sich als erstes über die trockene Kellerluft beschwert, hustet und nach zehn gelösten Schrauben schon die erste Pause macht. Spätestens dann will er das erste Getränk sehen, sonst schlägt er um in Typ 1.
Ich hatte heute das Problem der Auswahl eines Dienstleisters, nämlich eines Friseurs in Aleksandrow. Ich habe mich vom Äusseren des Ladens leiten lassen, mangels anderer Kriterien. Wenn ich das nicht getan hätte, dann hätte ich jetzt vielleicht noch Haare auf dem Kopf! Meine Friseurin war nämlich Typ 2, und es gab keine Möglichkeit sie abzustellen - sie schnitt einfach weiter. Das Föhnen am Schluss hatte dann fast etwas Rührendes, denn da war nichts mehr, was sich im warmen Luftstrom hätte legen lassen!
Dafür kostete der ganze (das muss ich sagen: sorgfältige!) Schnitt dann auch nur 15 Zloty. Soll ich in ein paar Wochen wieder dort hingehen?

12. September 2011

Rhea kommt!

Ist das nicht eine tolle, spontane Überraschung? Rhea besucht mich dieses Wochenende, und dann fahren wir nach Krakow, die Stadt besichtigen. Wir gehen sicher in's Oskar-Schindler-Museum und sehen uns die Originale von Schindler's Listen an. Rhea kommt mit dem Fernbus, das allein ist ja schon ein Abenteuer!

11. September 2011

Keks

Das Warten am Gate B3 geht mir auf selbiges. Ich hasse das Rumgammeln am Gate, speziell wenn du aus einer guten, schicken Lounge hierhergerufen wirst mit dem Hinweis, das Boarding habe schon begonnen. Dabei hatte ich in der Lounge gerade eben erst die Glacetruhe entdeckt. Und die Dörrfrüchte, die so gut zum Niebel-Riesling passten ...

Warten

Es ist jetzt schon das zweite Mal, dass der Flieger nach Warschau am Sonntag abend mehr als eine Stunde Verspätung hat! Und wenn er hier erst um 22:00 Uhr (jetzige Erwartung) abfliegt, dann komme ich sicher nicht vor Zwei zu Hause an! Das mag ich gar nicht.
Ich habe mich in die neue Senator-Lounge gesetzt, am Gate B43. Sehr schick und grosszügig, aber leider etwas weit zurück zu meinem eigentlichen Gate. Und das ist ja für Schengen-Flüge, während ich hier im internationalen Bereich sitze. Zum Glück muss ich bei der Passkontrolle nicht anstehen sondern kann durch die Iris-Biometrie zügig durchgehen. Aber ich muss eben zweimal durch die biometrische Kontrolle, einmal aus Europa raus und dann wenig später wieder rein.

8. September 2011

Fabelhaft!

Fabelhaft, so heisst der portugiesische Rotwein an Bord der Lufthansa, den ich eben *nicht* genommen habe. Eigentlich mag ich ihn ja ganz gerne trinken, aber ich hatte ein Becherchen auf dem Hinflug und da hat er mir - über den Wolken - nicht so geschmeckt. Die Geschmackspapillen reagieren ja anscheinend auch auf den Luftdruck, säurebetonender.
Die Lufthansa-Maschine ist bis auf den letzten Platz besetzt. Ich sitze auf 22E, einem Mittelplatz, und schreibe hier mit angelegten Ellenbogen.
Die beiden letzten Tage war ich in Malmö im Werk, wir hatten dort Europa-Managementtreffen. Die Kollegen haben sich Mühe gegeben und das Werk blitzblank geputzt und uns am Abend zum Bowling geführt. Das ist ja nicht mein Lieblingssport, weil ich immer verliere! Diesmal war es besonders schlimm, denn in meinem Team war der absolute Gewinner des Abends: er hatte 165 Punkte, ich 52 im gleichen Spiel! OMG!
Das Hotel war ein funkelnagelneues Vierstern-Haus, aber man kam sich vor wie bei Ikea: die Einrichtung war sehr schnörkellos und bunt, auf den Zimmern gab es nichts ausser den Möbeln und fest montierten Seifenspendern. Wir schoben die Einrichtung auf skandinavisch-kühles Design, waren uns da aber eigentlich nicht sicher. Das Sitzungszimmer war eiskalt klimatisiert; der Techniker kam zwar und mass die Auslasstemperatur der Deckenlüfter mit seinem IR-Thermometer, sagte dann aber nur so etwas wie "passt schon!" Na, fabelhaft.

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...