1. Januar 2017

CMOS und Propeller mögen sich nicht

 

Dieses Bild machte ich auf dem Flug AV9245 BOG-PPN in einer kleinen ATR-72 Propellermaschine. 
Offensichtlich wurden die Propellerblätter durch den "rollenden Verschluss" des CMOS-Sensors der iPhone-Hauptkamera (im SE ein SONY Exmor RS) völlig verzerrt. Das ist soweit erklärbar und erwartet. Merkwürdig und mir unverständlich ist:
  1. Warum ist die Verzerrung nicht rotationssymmetrisch?
  2. Warum war die Anzeige des Propellers auf dem Display des iPhone während dee Aufnahme nicht verzerrt, sondern nur "stotternd"?
  3. Wie kann im kommerziellen Flugbetrieb ein Flugzeug mit einem derart defekten Propeller überhaupt noch eingesetzt werden?
Wer weiss Rat?



Popayán Tag 1

Die Nacht war recht kurz, das Aufwachen wurde rüde und laut eingeleitet durch Little Rain von Jimmy Reed (meine übliche Weckmelodie für die 07:00 Einstellung des iPhones). Packen, Frühstücken und alle Schulden bei Kollegen und Hotel begleichen ging zügig, und kurz vor Zehn fuhr uns das weisse Hoteltaxi zum Flughafen. Der Fahrer instruierte uns noch über unsere Antworten bei eventuellen Polizeikontrollen: Hoteltaxis dürfen nämlich nicht direkt von den Fahrgästen bezahlt werden, sondern nur im Auftrag und auf Rechnung von Hotels fahrem. Wir nickten und zahlten bar. 

Beim Flug machte ich eine seltsame Beobachtung, als die iPhone-Kamera die Propeller aufnahm. Dazu gibt es aber einen eigenen Eintrag. Die Luftbilder der Gewitterwolken über Calí und der grünen Landschaft sind aber auch nicht schlecht. 


 
 
Der Anflug auf das 1700 m hoch gelegene Popayán bot einen recht mickrigen Eindruck. 

 

Wir fuhren mit einem sehr komfortablen Reisebus in die Stadt, deren Kern durchaus sehenswerte mediterrane Kolonialarchitektur bietet. Natürlich fehlten nicht die alten Missionskirchen, die Kirche hat ja bereitwillig die Hand gereicht bei der goldenen Ausplünderung Lateinamerikas. 

 

 

 

Die Bildet sind nicht zufällig so dunkel, ein Gewitterschauer trieb unsere kleine Reisegruppe aus zwei Familien plus "Padrino" (=Götti) zunächst in ein Café mit charakteristischem Gebäck, und später zur Aufgabe der Stadtführung. 

 

 
Unser Hotel La Plazuela liegt zentral an einer lebhaft behupten Kreuzung. 



Wir sahen von unserem Zimmerbalkon, direkt über dem Hoteleingang, auch gleich eine lustige Musikprozession. 



31. Dezember 2016

Kolumbianische Hochzeit

Das ganze Gestern (und noch zwei Stunden bom Heute) stand im Zeichen der Hochzeit meines Paten"kinds", des eigentlichen Anlasses unseres Besuches. Viele Bilder gibt es nicht davon, weil alle die Zeit ad hoc genossen und der engagierte Photo-Profi seine Dokumentationsarbeit ausgezeichnet machte. Ausserdem ist so eine Hochzeit ja auch eher privat. 

Mir fiel auf, dass bei der Feierlichkeit in der Kapelle einer Hacienda die "europäische Fraktion" fast durchweg weinte und Emotionen zeigte, während die kolumbianische Familie die Sache scheinbar sehr gelassen nahm (ausgenommen die Braut, klar). Mir wurde erklärt, dass man es hier nicht gewohnt ist öffentlich Emotionen zu zeigen, diese aber im kleineren Kreis durchaus zeigen würde. 

Die zwei Gruppen (Familien, Freunde, ...) aus der Schweiz und aus Kolumbien haben sich im Lauf des Tages und vor allem des Abends gut vermischt. Gruppenspiele im Garten der Hacienda führten uns zusammen, und der dann einsetzende Regen schweisste nochmal zusammen. Und der Tanz sowieso! Der DJ legte lokale (Salsa!) und internationale Stücke auf, da waren alle gut bedient. Bestimmt waren 95% (gefühlt 110%) der Gäste nach dem Essen dauernd oder meistens auf der Tanzfläche! Und wie elegant und gekonnt! 

Es war ein schönes Fest für die meisten Gäste, und sicherlich für das komplette Brautpaar. 

Brautpaar und -eltern begrüssen ihre Gäste vom Balkon der Hacienda im Ort Chia nördlich von Bogotá:


 

30. Dezember 2016

Im Biohotel Bogotá

Man muss es schon sagen: das Biohotel, in dem wir untergebracht sind, bietet einiges und ist durchaus empfehlenswert. Es ist sauber und bietet Service, das Frühstücksbuffet ist nicht gross, aber gut und abwechslungsreich. Die Zimmer sind ruhig (naja, bis auf diese @;!!!%#* Taube heute morgen!). Gute Supermärkte und Restaurants liegen in bequemer Laufdistanz, und das Viertel scheint sicher. 

 

Unser grosses Zimmer im Modell:

 

 

Sogar ein Coiffeur kommt in's Haus!

 

Auf Wunsch und schriftlichen Antrag können Vorher- / Nachher-Bilder zugänglich gemacht werden. 

Stadt und Geschichte

Der Tag begann für mich wieder auf dem Stepper im Gym, mit deutlich besseren Sauerstoff-Aufnahmewerten als gestern. Nur halb atemlos, sozusagen. Wir nehmen ja Gingko-Tabletten gegen die Effekte der Höhenlage, und ich meine, dass sie helfen. 
Taxis brachten uns dann in die Altstadt, wo wir zunächst das Staatliche Museum der Geschichte der Rebellionen besuchten. Erklärt und nahegebracht wurde uns diese sehr komplizierte, tödlich-traurige und langdauernde Auseinandersetzung in Kolumbien von einem (offensichtlichen) Sympathisanten der FARC, der Vater einer Freundin der morgigen Braut ist. "Man kennt sich hier"!

 

 

Die Chronologie der letzten 60 Jahre Aufstand wurde an Wandtäfelchen dokumentiert. 

 

Wir besuchten auch den Friedhof der nationalen Elite, Politiker und Künstler vor allem. Der Gedenkstein des Gründers von Bogotá Jimenez de Quesada (*1509):

 

Und der Gedenkstein der Rebellen der städtischen Guerillagruppe "M19":

 

Mit Taxis fuhren wir zum Mittagessen im Schnellimbiss in die (touristische) Altstadt. Es genügt sie einmal zu sehen. Wir begannen mit einer geführten Tour zum Thema "Street Art und Graffitti". Leider waren uns die Erklärungen bereits des dritten Murals zu detailliert und wir verloren die Konzentration. Eine kleine Gruppe verliess daher die Führung  und erkundete die Altstadt auf eigene Faust. Wie gesagt, einmal sehen langt. 

 

 

 

 

Die Plaza de Bolivar, eine einzige grosse Taubenfütterungsanlage. Uns wirde jedoch mulmig zumute, als wir in einer Nebenstrasse  drei auf dem Bordstein hockende Jugendliche passierten, die grosse Mengen Bargeld abzählten. Die Situation, das Alter der Kerle und die Menge Geldes liessen uns sofort an einen Kassensturz von (sehr erfolgreichen und frechen!) Taschendieben denken. Oder von "Managern", die die "Lizenz"gebühren (aka Schutzgeld) der -zig Taubenfutterverkäufer auf dem Platz unter sich aufteilten. 

 

Die Gaudi-Burschen und -Mädels:

 

Die Nationalbibliothek:

 

 

 

Nach einen Mango-Frappé im Café Juan Valdez (Konzept: Starbucks) am Platz der Journalisten ging es zur Talstation der (Schweizerischen! 1955!) Seilbahn hoch zum Monserrat mit seiner Bergkirche, auf dem obigen Bild gut zu erkennen. 
Der Blick von oben auf die Stadt bei Sonnenuntergang war einfach grossartig, auch wenn die Beschaulichkeit durch die wummernden Bässe der Kirchen-Lightshow etwas behindert wurde. Das Schild rechts zeigt, dass wir uns auf 3200 m befinden:

 

Das Altstadtviertel La Candelaria und der (arme) Süden der Stadt:

 

Rechts auf dem Berg steht eine weisse Jesus-Statue Cerro de Guadaloupe

 

Die Altstadt. Oben bei dem hellen Lichtpunkt der zentrale Plaza de Bolivar, unten bei den Bäumen der Platz der Journalisten (Parque de Los Periodistas):

 

Die Altstadt in der Dunkelheit, vorne der weihnachtlich leuchtende Tragmast der Luftseilbahn zum Monserrat:

 

Riesige, LED-beleuchtete Blumen und Tiere lockten Tausende Bogotaner hoch zum Monserrat. Bei der Talfahrt um sieben Uhr sahen wir unten eine bestimmt 500 m lange Warteschlange im Dunklen vor der Station stehen. Wir waren auf einmal sehr froh, schon um 17:00 Uhr hochgefahren zu sein - und dafür sogar noch den Sonnenuntergang über der Stadt gratis mitbekommen zu haben!

 

Die Kirche auf dem Monserrat in vollem Ornat:

 

29. Dezember 2016

Wer unter Winter leidet, muss bei diesen Bildern stark sein.

Der erste ganze Tag in Kolumbien war einem mittelschweren Wanderausflug in den höheren Regenwald der Cordilleren  ordöstlich der Hauptstadt gewidmet. Wobei "Höher" hier den Bereich 2600 - 3200 Meter heisst, also "atemlos". Ausgangpunkt war eine kleine Biostation, von der auch die Führerin gestellt wurde. 

 

 

Wie das so ist im Regenwald, sieht man auf Bildern leider manchmal vor lauter Wald die Bäume nicht mehr. Aber die Farne, Orchideen und Blüten waren in Echt wunderbar. Seht bzw. findet sie selbst:

 

 

 

 

 

 

Oben am Aussichtspunkt auf 3250 Meter Höhe hatten wir nicht nur ein Picknick, sondern dabei noch einen phantastischen Blick. 

 

 

 

 

Knapp unter dem Gipfel konnte die Gruppe in einer Bepflanzung tum Erosionsschutz Bäumchen pflanzen; wir bekamen (angeblich) einen Pfirsichbaum (auf 3242 m??). Unser Bäumchen wächst auf einer Höhe oberhalb der Zugspitze!

 

 

Die Rückfahrt führte uns vorbei an einem mysteriösen Bauwerk vorbei, Moschee, Kopie des Taj Mahal?

 

Das Beste allerdings war, dass die Gruppe keinen Verluste wegen Höhenkrankheit hatte (allerdings fiel ein Raucher wegen allgemeiner Performance-Herausforderungen aus). 

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...