Posts mit dem Label Transfer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Transfer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

5. Januar 2017

Gestrandet in Bogotá

Der Rückflug von Bogotá nach Frankfurt wurde um 24 Stunden verschoben. Na prima, dann fliegen wir eben heute und nicht gestern!

Als der Flug gestern Abend für den Abflug um 21:15 Uhr zum Boarding aufgerufen wurde, sahen wir hinter den noch geschlossenen Türen des Gate 41 die LH-Crew ratlos-erregt diskutieren. Sah nicht gut aus, wir dachten zuerst an nicht geliefertes Catering oder so. Die Ankündigung kurz darauf, dass der Flug wegen Erkrankung des Kapitäns ganz ausfällt, hatten wir allerdings nicht erwartet!
Wie angewiesen holten wir unsere Koffer wieder ab, bekamen einen "Annulliert"-Stempel über den Ausreisestempel im Pass, und gingen zum LH-Schalter. Sehr individuell wurden wir dort beraten, wir waren auch fast die Ersten (der Rest der 300 Passagiere kam erst später). Am Ausgang 7 (in der allgemeinen Ansage hiess es: 5) bildete sich dann stetig und diszipliniert eine lange Schlange und wartete auf die Busse zum unbekannten Hotel "Zum Fröhlichen Fluggast". Irgendwann fuhren wir dann zügig quer durch die Stadt zu einem Kongresshotel, und checkten (zum Glück auch hier) als Erste ein. Die Warteschlange vor dem Hotel-Counter mit einem (!) Operator reichte bis auf die Strasse!

 
 
Unsere Koffer hatten wegen der vielen Kinderwägen und Rollstühle nicht mehr in unseren Bus gepasst, sie kamen separat mit 2 Stunden Verspätung um 00:15 Uhr  im Hotel an. 

 

Die Informationen fliessen gerade ganz spärlich und mehr als Gerüchte ("Ich habe gehört wir fliegen um Zehn."). Wenn ich nicht die Frau mit dem LH-Badge am Saftstand des Frühstücksbuffets einfach von der Seite angesprochen hätte, wären wir immer noch im Ungewissen. 

 

Transfertag

Wie's halt so ist mit Reisen: es gibt Ziele, und es gibt den Weg dazwischen. Selten wird der Weg zum Ziel. 
Die Dialektik des "Weges dazwischen" griff an unserem dritten Reisetag, als wir im Bus von San Agustin nach Villavieja und damit vom Süden der Provinz Huila in deren Norden fuhren. Mehr noch als die 130 km auf recht guter, aber von Benzin-Tanklastern belasteter Strasse machte uns der Wechsel vom tropischen Hochwald in die flache Hochwüste zu schaffen, von nassen 20 auf trockene 35 °C.



Alle waren froh über die Ankunft. Die Erlebnisse des Transfers sind dennoch erwähnenswert, denn dem aufmerksamen Beobachter aus dem Busfenster boten sich einige interessante Erlebnisse. 

Da war zum Beispiel der riesige Baum ("seiba") auf dem Marktplatz, der gerade mal 150 Jahre alt sein sollte. Ein Gruppenbild bot sich an. 

 

Drehte man sich nach dem Photographieren der Gruppe unter dem Baum um und schwenkte die Kamera nach oben, dann sah man die Backsteinfassade einer Kirche. Der sonst schmucklose Altar war noch überladen mit Krippenschmuck, meist Schafen. 

 

 

Auffallend waren die Kirchenbänke: bis in die letzte Reihe zeigten sie Spuren regen Gebrauchs. Man sah, dass diese Kirche eine Gemeinde hatte. 

 

Am Hang des Magdalenatals hielt Fahrer Walter spontan bei mandarinenerntenden Bauern an, schnappte sich die Erntekiste und bot uns vernlüfften Passagieren frische Mandarinen an. Er schien ihnen nichts dafür zu zahlen!

 

Wir sahen unbekannte Früchte, die ähnlich wie Durian aussahen. 

 

Und jede Menge Mangobäume:

 

In den Flüssen nahe der Strasse wurde gerne geplanscht. 

 

Unser "Hotel del Sol" (mit Pool) lag in einer wenig befahrenen Strasse von Villavieja, nahe dem Paläontologischen Museum. 

 

 

 

 

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...