5. August 2011

Gdansk

Gdansk bot sich heute von seiner besten Seite dar. Die Sonne schien, es war warm und die alten Häuser der Patrizier waren eine wunderbare Kulisse für den 751. Dominikanermarkt. Seit 1260 wird mit zwei Unterbrechungen ein Strassenmarkt im Sommer durchgeführt, der jetzt die ga ze Altstadt ausfüllt mit Kunsthandwerk und Antiquitätenhändlern. Wir bummelten den ganzen Nachmittag durch die Altstadt, fanden für Renja eine super Tasche und schöne Mitbringsel. Gdansk ist voll bis zum Rand mit Touristen aus aller Herren Ländern - das ist neu für uns (bisher waren die anderen Touristen mehrheitlich polnisch). Das Hotel ist ordentlich, ganz knapp haben wir keinen Ausblick auf den Alten Kranen, aber fast. Zumindest sehen wir das Grüne Tor mit dem Büro von Łech Wałensa!

Wir haben festgestellt, dass wir alle ohne ausreichende untertägige Zufuhr von Kohlehydraten unleidig werden. Zum Glück gibt es dafür eine einfache Therapie: rechtzeitig in ein Café gehen und einen Kuchen geniessen!

Morgen ist der letzte Ferientag.

Letzter Sonnentag am Meer

Tja, so schnell geht die Zeit vorbei: Heute war der letzte Tag bei strahlender Sonne, den wir am Meer verbrachten. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine Woche nur am Strand unter einem Sonnenschirm liege und das Meer beobachte. Okay, ich habe mehr die anderen Leute beobachtet als das Meer, aber die haben ja auch nix anderes gemacht als andere Leute beobachten. Aber die Tage hier oben waren schön und friedlich, das Hotel bot einiges (nicht alles) und mit dem Wetter hatten wir schieres Glück. Trotz fast ununterbrochener Sonnenexposition waren die Spuren des Sonnenbrands bei Renja und mir vernachlässigbar (dank Schirm und Faktor 30-Creme).

Heute haben wir nach einer kurzen Exkursion in das bedingte Programmieren von Excel-Zellen noch ein supergutes Restaurant entdeckt: Molo Cafe in der Stadtmitte von Ustka. Es sah von aussen eher aus wie ein normales Strassencafe, aber die Speisekarte bot wirkliche Köstlichkeiten, die hervorragend zubereitet waren. Das Motto des Cafes stand über der Theke und war von Horaz: "Ab ovo usque ad mala" (bedeutend "vom Ei bis zum Apfel" im Sinne von "das vollständige Essen betreffend"). Wir hatten übrigens den Tisch direkt unter der Glasfisch-Wandskulptur, die ihr auf dem Internetauftritt findet. Es war ein für polnische Verhältnisse teures Restaurant, aber für uns in Euro ja immer noch günstig. Danach gab es noch "Absacker" in der Hotelbar, Caipirinha mit bunt leuchtenden elektrischen Eiswürfeln bzw. einen Soplica Staropolska Wodka.

Dann wurde noch schnell gepackt, denn morgen früh geht es schon nach Gdansk, dem früheren Danzig. Ich möchte einige wichtige Schauplätze der Geschichte (Westerplatte, Postamt) und der Literatur (Postamt, Aalzuchtstation) besichtigen und ein original Lachs-Goldwasser kaufen.

3. August 2011

Poddąbie

Wie bis jetzt immer hier, fing der Tag an mit einem gemeinsamen Frühstück (wie immer, wurde es erst nach einer Weile Warten auf Renja ein gemeinsames). Danach zog sich Ulrike zum Arbeiten zurück, Renja in ihr Zimmer. So war ich der einzige von uns, der heute früh zum Strand zog, sich dort seine Paravent-Burg baute und im wolkenlosen Schatten des weissen Schirms einschlief. Es tat gut, und ich hielt es erstaunlich lange so aus, trotz Kinderlärms aus den sehr nahen Nachbar-"Burgen".

Heute abend wollten wir eine Galerie "ART-KAZIA" besichtigen, so mit Objekt-Art und so. Wir fanden das Dorf, aber dort kannte niemand eine Galerie. Wir sahen dann ein Schild "KAZIA" - und so war es dann auch: die Kunst war weg, nur noch eine Pension. Schade. So fuhren wir erst in den Strandort Rowy (schlechter Strand, Dauer-Rummel mit unzähligen Buden am Strand), danach nach Poddabie (viel kleiner, etwas entfernt vom Strand, dafür beschaulicher und mit besseren Restaurants). Wir entschieden uns für die Karczma "U Julki" und assen, draussen im Garten, eine Aalquappe (wirklich, auf Polnisch Mietus, und ihr wisst ja auch wie die sonst noch genannt wird) und ein Stück Rotbarsch. Renja hatte sich wieder ihr Standardmahl bestellt: Eisbein/Haxe mit einer grossen Fanta.

Der Sonnenuntergang am Meer war sehr schön.


U Bernackich, Smoldzino

Das ist ein heisser Tipp für eine Unterkunft in der Nähe des Ostsee-Nationalparks. Wir waren dort zum Abendessen, und das Gasthaus "U Bernackich" hat uns alle drei auf Anhieb überzeugt: sauber, leckeres Essen und mit Flair. Es hat einige Zimmer, aber die sahen wir natürlich nur von aussen.

Sonne pur

Allen Unkenrufen zum Trotz, allen Wettervorhersagen zum Hohn: Wir hatten die letzten zwei Tage ein wunderbares Badewetter!

Gestern und heute lief der Tag ganz gleich ab: Nach dem (eher späten) Frühstück im Hotel, sonnencremten wir uns ein, griffen wir unsere Badesachen und den vom Hotel geliehenen Sonnenschirm und Strand-Paravent, und wackelten mit vielen anderen Pilgern durch den lichten Kiefernwald zum ca. 200 Meter entfernten Strand. Dort war es immer schon ordentlich voll, aber wir fanden jeweils noch ein Plätzchen in der dritten oder vierten Reihe, direkt unter den Klippen. Der Paravent diente zum Abstecken des "Grundstücks", wie bei allen anderen: der ganze Strand war farbig mit verschiedensten Modellen dieser Windschutzwände aus Stoff (unserer war von der Telekomfirma "plus" gesponsort).
Die Luft hatte so um die 20 Grad, das Wasser angeblich 19 Grad (gefühlt 12). Es war aber nach einer Weile wunderbar im Wasser, das auch recht klar war und viele kleinere Brecher bot (wir haben Nordwind!). Gestern nachmittag scheuchte uns ein kleiner Schauer wieder zurück ins Hotel, heute waren wir vier Stunden in der Sonne (dank Schirm!) und bekamen alle ein wenig mehr Farbe. Renja hatte Pech und - wie Siegfried in der Drachensage - ein nicht eingecremtes Fleckchen Haut, das prompt verbrannte.
Am Nachmittag gab es dann jeweils eine Pause, zB mit Cafe und Kuchen in der Hotelbar. Danach machten wir Ausflüge, nach Downtown Ustka oder in den Nationalpark. So fuhren wir gestern noch die 30 km zu einem Aussichtspunkt auf dem "Berg" Rowokol. Von dort oben sah man schön die riesigen Wanderdünen im Nationalpark Ostsee. Wir hatten grossen Spass oben auf dem Aussichtsturm:


1. August 2011

Ustka

Heute war erst mal Erforschen der neuen Umgebung angesagt. Nach dem Frühstück im Hotel (das Angebot in Rydzewo war leckerer) und der Erkenntnis, dass hier am Wochenende alles von "guck mal wie süss"-en (Originalton Renja) Kleinkindern nur so wimmelte, gingen Ulrike und ich an den Strand der Ostsee. Das Hotel hat einen fast direkten Zugang durch einen Kiefernwald, und der Sandstrand ist sauber, weiss und fein. Wir liefen an der Wasserlinie bis hinein nach Ustka und machten Rast am Hafenbecken (was die Mündung der ehemaligen Stolpe ist). So bekamen wir auch den Sturz eines Kleinkindes in das Hafenbecken mit, inklusive heldenhaften Rettungseinsatz eines jungen Mannes und Einsatz der Hochsee-Ambulanz. Dann inspizierten wir die seebadübliche "Fressmeile" mit fettigen Fritten, Waffeln und Softeis - ohne Kostproben zu nehmen!

Wieder im Hotel gingen Renja und ich in den Spa-Bereich und waren dort die einzigen Gäste. Direkt danach ging ich zur Vollmassage, 60 Minuten für umgerechnet 25 Euro. Das tat so gut! Renja schloss sich dann gerne bei der Massage an, auch ihr ging es danach sooo gut!
Nach einer Mittagspause machten wir uns wieder auf den Weg nach Ustka, zum Bummel durch die Stadt und zum Abendessen. Wir fanden weitere Restaurants und Eisbuden, und in das Strassenlokal "Pod Rybadka" kehrten wir dann ein. Wir mussten zwar die freundliche Bedienung an unsere Bestellung der Fischplatte für 2 Personen erinnern, aber dann kam sie schnell und war sehr lecker (die Platte).

Ich versuche ja immer so viel Polnisch wie irgend möglich zu sprechen, aber bei Bestellungen zeigt sich noch allzu oft, dass das doch nicht so recht klappt. Heute kamen zwei Bier für mich (kein eigentliches Problem) und Ulrike bekam nur ein kleines Softeis statt der doppelten Portion (uiuiui).

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...