29. Dezember 2016

Die erste Jetlag-Nacht

Natürlich verlief die erste Nacht wie üblich nach solchen Zeitverschiebungen nach Westen: abends todmüde ins Bett fallen, schlecht schlafen in einem unbekannten Bett (schlimmer: unbekannte Bettdecke!), und um Drei der Anruf aus Russland auf das noch eingepackte iPhone. Nix Dringendes, nur mal melden. Grrrr…
Morgens wacht man ja auch zeitig auf, das gab mir Gelegenheit zu einem Ausflug auf die Dachterrasse mit der Bar "Cloud", und etwas Sport im Gym. Da fehlte dann bald etwas der Atem, auf ungewohnten 2600 m Höhe!

Aber die Sicht mit der Morgensonne über der Stadt war den Ausflug auf's Dach wert. Und die fast Brecht'sche Aussicht auf die Ruinen im Hotelschatten auch.

 

 "Denn man sieht nur die im Lichte..."

 

28. Dezember 2016

Soooo müde!

Der Flug LH542 von FRA nach BOG war im der Tat lang. Wir dockten von Gate Z52 pünktlich um 13:20 Uhr ab, und landeten in Bogotá um 18:58 Uhr - eine Flugzeit von über 11,5 Stunden! Aber der Flug war schon in Ordnung, die Auslage für Premium Economy hat sich durchaus gelohnt! Es gab zwei warme Mahlzeiten an Bord, und ich konnte drei Filme (JasonBourne, War Dogs, Between the Oceans) und eine Folge von Better Call Saul sehen. 
Der kolumbianische Immigration Officer grüsste uns sehr freundlich und lachend mit einem Guten Abend, die Zollbeamtin lutschte einen riesigen Lolli. 
Wir wurden am Flughafen abgeholt (wie ich es liebe, dort dann meinen Namen zu lesen, Schreibweisen sind sekundär) und fuhren eine Stunde durch das abendliche Bogotá; der Hotelfahrer schien jedenfalls nicht alle Schlaglöcher zu kennen. 
Im sehr gepflegten BioHotel trafen wir das Brautpaar und etliche Schweizer Familienmitglieder und Freunde, und wir hatten viel Freude. Aber der Abend wurde nicht lang für uns…

27. Dezember 2016

Z52 "Gander/Halifax"

 

'S Läbbe geeht weider!

Es war ja schon eine lange kreative Pause hier, fast ein Jahr kein Eintrag. Als Begründung fällt mir nicht viel mehr ein als "ich wusste nicht worüber schreiben". Nicht dass mich keine Themen beschäftigt hätten! Nein, Themen gab es genug und sogar zu viele. Aber sie eigneten sich eigentlich nicht so für Behandlung auf dieser Plattform. Der Kopf war also nicht leer, sondern zu voll. Ist das OK für die Leser? Muss wohl.

Tja, und nun geht es weiter. Konkret sitzen Ulrike und ich in der Lufthansa-Lounge im Frankfurter Z-Bereich und warten auf Flug LH542 nach Bogotá. 12 Stunden Flug, 6 Stunden Zeitverschiebung, und Ankunft auf einer Höhe von 2600 Metern über NN: wird eine tolle Nacht heute!!
Morgen werden wir dafür viel an der frischen Luft sein, in einem Nationalpark. Feines Abenteuer!

19. März 2016

Moskauer Metro in Architektenzeichnungen



Das Architekturmuseum hatte wieder eine besondere Ausstellung eröffnet: die Gestaltung der Moskauer Metro in der Anfangsphase 1935 bis 1955. anlass war der letztjährige 80-ste Geburtstag der Metro. Sie ist wirklich einmalig, und ihre Stationen sind schön. Die täglich 9 Millionen Passagiere haben nicht immer einen Blick dafür, aber geniessen es trotzdem. Wer einmal in der Station "Ploshad Revolutsniy" eine Weile verharrte und die Bronzestatue des Hundes beobachtete, der wird erleben wie viele eilige Moskoviter innehalten und dem Hund über die - glücksbringende - Schnauze strichen. 
Die Ausstellung präsentierte sehr viele grossformatige, aquarellierte Bleistiftentwürfe der Architekten im Original. Man konnte Entwicklungen und Gegenentwürfe beobachten, und bauliche Weiterentwicklungen und Kompromisse. 
Hier Bilder der Station "Paveletskaya", die anfangs übrigens "Donbass" hiess (nach der Region um Rostov-am-Don, namensgebend für die Separatistengebiete der benachbarten Ukraine). 





Die häufig genutzte, nahegelegene Station "Biblioteka im. Lenina" hat ihr oberirdisches Profil völlig verändert. Heite läuft da auch niemand mehr über die Strasse!


Die Station "Arbatskaya" wurde 1953 eröffnet. Die drei grossen Tore des südlichen Ausgangs verwandelten sich in zwei profane Türen, eingemauert in den Neubau des weissen Verteidigungsministeriums, der nördliche Pavilion verlor in der Realisierung dann die markante Spitze. 







Die Moskauer Metro bietet in den ersten gebauten Stationen sehr viele schöne Details, wie Kandelaber, Mosaike, keramische Lüftungsgitter, und Fibonaccimuster in den Kuppeln. 





Natürlich gab es auch modernere Stationsentwürfe zu sehen, die Metro wächst ja pro Jahr um über 10 neue Stationen ins Umland hinein. Diese neuen Stationen sind leider nur noch funktional, keine Hundeschnauze mehr dort zum Blankrubbeln ...


8. März 2016

Mode, das wendig' Ding.

Heute gibt es für alle Leserinnen ein Gedankenexperiment:

Stellt euch vor, ihr hättet drei Schaufensterpuppen zur Verfügung, und eine Aufgabe. Alle Modegeschäfte in eurem Land haben bereits zugesagt euch mit aktueller oder ausgelaufener Kleidung eurer Wahl für diese drei Puppen umsonst zu versorgen. Wie würdet ihr die drei Puppen präsentieren bei einer Show unter dem Motto "Mode des beginnenden 21. Jahrhunderts"?

Dies mag das Dilemma der Kuratoren der Ausstellung gewesen sein, die wir heute im Pavillon 64 "Leningrad" der EXPO Moskau besuchten: "100 Jahre Mode in Russland". Wir fuhren mit der orangenen Linie der Metro in das riesige Gelände mit den vielen alten und einigen neuen Gebäuden der russischen Regionen. Es wurde hier wieder mal deutlich: Russland kann nicht klein.




Ich zeige hier nur einige Bilder der Ausstellung. Die Exponate waren sehr sorgfältig gewählt, und regten gerade durch ihre Begrenzung zu guten Diskussionen und Gedanken an. Nur ein Beispiel. In der Periode der Perestroika war die Frau Raisa Gorbachova des Präsidenten die erste Frau nach der Zarenzeit, die ihren Mann auf Auslandsreisen begleitete. Damit wurde sie für die Frauen ihrer Heimat zum (u.a. modischen) Vorbild und zum international sichtbaren Aushängeschild russischer Modeschöpfer. Damit prägte sie eine Epoche. 









Leider wurden die Bilder der Texte der Gestalter, in Russisch und Englisch zu unscharf und wären unleserlich. 

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...