Gleich nach Ankunft in der Dunkelheit fuhren wir noch raus in die an sich streulichtarme Tatacaowüste zu einer astronomischen Darbietung. Eingezäunt von Plastikplanen standen und lagen etwa 100 Personen und hörten dem Präsentator zu, der mit einem Super-Laser Sterne und Sternbilder identifizierte; davon hätte ich gerne mehr gehört. Drei grosse Spiegelteleskope waren eingestellt auf Mond, Mars und Venus, ein weiteres Teleskop zeigte irgendwohin. Leider mussten jede Menge neue Besucher mit ihren Autos direkt vor die Einzäunung fahren, oder andere Gäste dringend mit ihren Smartphone-Lampen lauthals etwas in der Tasche suchen: das störte. Wir waren etwas enttäuscht und fuhren lieber weiter zum angenehmen Gasthaus zu einem kühlen Club Colombia.
Ich will nicht behaupten, dass wir im Hotel del Sol in Villavieja extrem gut geschlafen hätten, da für lag unser Zimmer zu nah an der Umwälzpumpe des Pools. Aber die Klimaanlage und das nur dünne Bettdeckchen (fast vernachlässigbar) waren genau richtig für das Klima. Die schwüle Hitze von 26 °C am Morgen um Sieben traf uns dann wie ein Hammer. Die Dusche war modern-minimalistisch, keine Armatur und kein Duschkopf lenkten vom kalten Wasser und dem Seifenstück ab.
Wir mussten überraschenderweise das Zimmer 103 vor Ort in bar bezahlen. Dazu musste ich noch Geld abheben, und bekam vom Bankomaten am Marktplatz vier (4) Meldungen auf den Bildschirm, die ich einzeln bestätigen musste:
- "Our bank will charge you COP 12'000"
- "Your bank will charge you an unknown transaction fee"
- "The applied exchange rate EURCOP may not be favorable"
- "Are you sure you want to withdraw cash now?"
Mit frischem Bargeld und zusammen mit dem Rest der Gruppe ging es zum Paläontologischen Museum, mit einfacher Präsentation interessanter Exponate (Gürteltiere, Tapire, Schildkröten, und grosse Haufen versteinerter Hölzer).
Walter fuhr uns dann in die Wüste, wo wir von drei Stationen aus die Landschaft erkundeten. Es ist keine trockene Wüste (es regnet über 1000 mm pro Jahr!) aber das Wasser läuft sofort ab und schafft spektakuläre Erosionslandschaften im roten und blaugrünen Löss. Die Formationen waren unglaublich heiss, die Touren anstrengend. Wir schützten uns mit Hüten, Schirmen und verknoteten Taschentüchern gegen die Sonne, aber das half nur halb. Gegen Ende der Tour begleiteten uns auch schon ein paar hoffnungsvolle Geier …
Wer erkennt die beiden Schattenriesen?
Den Pferden ging es auch nicht gut in der Hitze, sie warteten stoisch auf Passagiere.
Wir assen zu Mittag in der gleichen schattigen Wirtschaft wie am Vorabend, diesmal gab es Zicklein (aus eigener Herde) mit Reis (mit kleingeschnittenen Innereien) und Maduro-Bananengemüse. Dazu frische Limonen-Limonade und Cola.
Direkt aus der Wüste fuhren wir eine Stunde zum Flughafen Neiva. Eine kleine Pause in der Finca von "Diego" (er sah aus und gab sich wie der lokale Mafia-Pate!). Dort gab es Guetzli mit karamelisierter Milch, und Mozarella aus hauseigener Herstellung. Der ausgezeichnete Frischkäse fand nicht bei allen Gruppenmitgliedern Zustimmung, wohl wegen der fehlenden Kühlung. Naja.
In Neiva enterten die immer noch 10 Mitglieder der Reisegruppe gut gelaunt (Deckenventilatoren in der Abflughalle!) die Avianca-Maschine nach Bogota. Vor dem Abflug sahen wir noch einen ca 1 Meter langen Leguan einen Baum hochspringen; wir waren recht froh, dass es nicht unser Hosenbein war…
Im Flughafen BOG checkten wir internationalen Weiterflieger erst unsere Koffer ein, und trafen uns dann alle im Café Juan Valdez zu einen gemeinsamen Café oder Schokolade. Das gab mir Gelegenheit alle nochmals einzuladen und dabei die restlichen Pesos sehr nützlich und genussvoll auszugeben. Unser "Tisch der Zehn" war optisch und akustisch das Zentrum des Cafés. Irgendwann fand Hanna, wir sollten jetzt den nächsten Geburtstag feiern. Elsbeth hat im Februar Geburtstag, und so bekam sie ihr erstes "Happy Birthday" schon jetzt gesungen, mit Klatschen und Johlen. Alle haben sich gefreut, und wir sind dann auch bald gegangen.
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