2. Oktober 2017

763. Stepantsminda

Vor der langen Fahrt in die Berge des Kaukasus nach Stepantsminda lag noch ein gemütliches Frühstück im Hotel in Tbilisi. Ich sputete mich um in der Bäckerei frisches Brot zu holen. Der Bankomat hatte aber nur grosse Scheine ausgegeben, der Bäcker konnte so früh noch nicht herausgeben (ein Brot kostete 0,70 Lari oder 22 Cent). Also legte er mir die zwei Brote auf eine Plastiktüte und schenkte sie mir. Irgendwie fühlte sich das falsch an, und ich versuchte während des Frühstücks  Kleingeld zu organisieren. Damit ging ich dann nochmal die 300 m zurück zum Bäcker, und gab ihm das Geld. Er freute sich sichtlich, dass ich nochmal gekommen war und vielleicht auch über das Geld, und ich fühlte mich besser. 

Die Fahrt begann in strömendem Regen, wurde dann kurz sonnig und endete im ersten Schnee der Saison. Wir fuhren den Fluss Aragvi hinauf, an Stauseen vorbei und über Pässe (der höchste war Jvari mit 2395 m) Der Bergkamm auf der westlichen Talseite markiert die Grenze zu Süd-Ossetien, offiziell noch Teil Georgien aber mit Russland liiert. Den Zustand gibt es ja in etlichen Gebieten Europas …

















Wir erreichten das schicke Hotel Rooms in Stepantsminda über holprige Kopfsteinpflastergassen. Gesehen haben wir nichts, Nebel und Schnee begrenzten unseren Horizont auf 200 Meter. Aber es war der erste Schnee der Saison, und wir freuten uns alle. Das Hotel liegt auf Höhe 1700 m, und für den Nachmittag stand eine dreistündige Wanderung zur sehr bekannten und durch viele Kriegs- und Religionswirren der Jahrhunderte erhaltene Bergkirche Troitskaya Tsertnoi (Dreifaltigkeitskirche) an. Wir trauten uns die 500 Höhenmeter noch zu, und so fuhren wir ein Stück an und begaben uns auf den steilen und nassen Pfad. Es war mühsam. Und als wir oben waren sahen wir keinerlei Panorama, nur immer noch Nebel und noch mehr Schnee. Aber auch eine sehr schöne Kapelle in Obhut von vier Klosterbrüdern. 

Das hatten wir gebucht: 



Und das sahen wir:







Die Kapelle ist im Hintergrund des Selfies (leider nicht) zu sehen.



Der Abstieg fiel dann leichter. 


 
Morgen erwandern wir ein anderes Tal. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

824: „Muß di ni argern, dann geit di dat goot“

Sinnspruch an der Wand des Glücklichen Matthias : Darunter schmeckte uns Pannfisch und Schlemmerteller (nein, nicht der vom Horst!).  Danach...