Eigentlich steckten wir ja voller Pläne für heute. Der Wecker stand auf 6 Uhr Utah Mountain Time, um Renja pünktlich um 7 Uhr an der Lodge für das Reiten abzuliefern. Ich stand auch auf, fand es dann allerdings (schon fast unter der Dusche stehend!) viel zu früh und schlüpfte nochmals unter die Decke. Die kleine Familie schlief dann also bis 09:30 Uhr weiter, das Reiten war schon lange gestartet und wir noch nicht einmal geduscht und gefrühstückt.
Apropos Dusche: Diese hier im Bryce Canyon Pines hat einen Dom. Der Eingang und der Vorhang sind sehr tief angebracht, und darüber ist Wand. Der Kopf ragt also in einen Hohlraum hinein. Das ist ein merkwürdiges Gefühl.
Wir fuhren zur Lodge in den Park hinein, und fanden dort das "Maschinengewehr des mittleren Westens": eine Dame mit extrem schneller Sprechweise und einem unverständlichen Dialekt. Sie machte uns klar, dass um 13:00 Uhr ein zweiter Reitausflug startet, und dass Renja gerne auf die Warteliste als #1 gesetzt werden kann. Morgen früh wäre sie auch auf Warteliste. Wir entschieden uns für heute, denn was man hat, das hat man. Und morgen früh könnte das Wetter noch schlechter sein (es nieselte ganz leicht heute). Also nix wie zurück! Aber vorher schauten wir uns noch am benachbarten Aussichtspunkt "Sunset Point" den Bryce Canyon von oben an, sehr beeindruckende Formen und Farben. Es gibt auch ganz viele Wege durch die zerklüftete Landschaft, man kann also mittenrein gehen.
Renja war pünktlich zum Ausritt am Platz, die Kleider stimmten (kleine Unsicherheit ob mit oder ohne Baseball Cap. Mit!) Es waren 26 reguläre Teilnehmer, und 10 auf Standby, alle kamen mit in vier Gruppen unter Leitung je eines Cowboys. Ich weiss nicht ob die Jungs echte Cowboys waren, auf jeden Fall sollten sie solche darstellen (Stetson, Jeans, riesige Gürtelschnallen, geschlechtsbetonende Lederüberhosen ("chaps"), Boots mit Sporen). Renja's Cowboy hiess Joe, wie sonst?
Während Renja in das Tal hinunter ritt, umgeben von Franzosen und Deutschen in ihrer Gruppe, fuhren Ulrike und ich auf dem "All-American Scenic Byway" Highway 12 Richtung Osten, nach Escalante. Die Landschaft dort ist wirklich beindruckend, hinter jeder Kurve wechselt die Geologie und die Farben des Gesteins. Wir besuchten den "Petrified Wood State Park" (6 Dollar Eintritt für eine sehr mickrige Ausstellung einiger Brocken versteinerten Holzes, die Rangerin sagte selber es wäre wohl etwas unverschämt). Der Rundweg durch die Ausstellung war 26 Meter lang, der grösste Stamm lag vor den Toiletten. Wir fingen dann noch den grossen Rundweg an, aber der lag voll in der brütenden Mittagssonne und hatte auch keine Exponate zu bieten. Also fuhren wir weiter, und hatten im Cafe "Esca-Latte" in Escalante einen wirklich ausgezeichneten Espresso ("we only serve double espresso here"). Dann drehten wir um und holten Renja ab. Sie konnte kaum noch laufen, war aber sehr zufrieden mit der Tour.
In Ruby's Inn kauften wir noch für's Abendbrot ein. Im Hotel legte sich Ulrike in's Bett und stellte fest, sie hätte Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Fieber. Das hier ist keine gute Gegend um krank zu werden.
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Tja, es herbstelt in Moskau. Temperaturen am Tag von 12° bei Nieselregen sind schon recht frisch. Und dazu wird es auch schon spürbar früher...
Bis auf die Krankmeldung hört sich das ja nach einem gemütlichen Tag an.
AntwortenLöschenGute Besserung Ulrike!